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Presse
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Ehrlichkeit, die betroffen macht
Das Genie braucht eine verständnisvolle Schulter zum Anlehnen", war einer der Schlüsselsätze bei der Uraufführung des Theaterstückes "Das Cosima Panorama" der burgenländischen Autorin Katharina Tiwald im Offenen Haus Oberwart (OHO). Tiwald schlüpfte selbst in die Rolle von Cosima Wagner, die ihre eigenen Bedürfnisse in der Ehe mit dem Jahrhundertkomponisten Richard Wagner gänzlich zurückgestellt hatte. Die Liszt-Tochter aus einem "Gspusi" mit einer französischen Adeligen betrieb die totale Selbstverleugnung, die in der Todessehnsucht gipfelte, um möglichst alle Alltagsbanalitäten aus dem Gesichtsfeld des begnadeten Tonkünstlers an ihrer Seite fernzuhalten. Da wurde auf dem Altar der hohen Kunst das eigene Lebensglück geopfert. "Halbe-halbe" steht in dieser ungleichen Geschlechterbeziehung nicht am Programm. Die Halbfranzösin spricht sogar mit ihrer deutsch nationalen Zunge, wenn sie "die Franzosen als Fäulnis der Renaissance" abqualifiziert. Richard Wagner, Cosimas Zweit-Mann, ist ihr erklärter Halbgott, dem auch die mütterliche Liebe zu ihrer gemeinsamen Tochter Isolde hintangestellt wird. Der bittere Preis dafür ist malträtierende Seelenpein. Regisseur Peter Wagner dockt mit seiner Inszenierung in der Gegenwart an, indem er per Videoeinspielung sieben burgenländische Frauen von existenziellen Bruchstellen in ihren Lebensläufen erzählen lässt. Das tun sie mit ungeschminkter Ehrlichkeit und schaffen so bei den Zuschauern viele dichte Momente des Betroffenseins. Großartig war Katharina Tiwald als masochistische Cosima Wagner, die die Tür zu ihrem Innersten aufstößt und so das facettenreiche Bild einer pflichtbewussten Frau zeigt, die sich bedingungslos für das große Ganze aufopfert. Vom Premierenpublikum gab es dafür lang anhaltenden Applaus. Franz Brugner, Kleine Zeitung, 03.01.2012 Das Cosima Panorama „Das Cosima-Panorama“ im OHO Im OHO in Oberwart hat zu Silvester das Stück „Das Cosima-Panorama“ Premiere. Das ehrgeizige Projekt der burgenländischen Autorin Katharina Tiwald setzt einen besonderen Schlusspunkt unter das Liszt-Jubiläumsjahr. Ungewöhnliche und vielfältige Kunst- und Kulturaktionen machen das Offene Haus Oberwart zu einer der innovativsten Kultureinrichtungen des Burgenlandes. Hier bemüht man sich auch, alljährlich eine Theater-Eigenproduktion auf die Bühne zu bringen. Zur Zeit wird für das Stück „Das Cosima-Panoram“ geprobt. Die burgenländische Schriftstellerin Katharina Tiwald hat ein Stück über Franz Liszts Tochter Cosima Wagner mit dem Titel „Das Cosima-Panorama“ geschrieben. Ihr Interesse gilt dabei der unterdrückten Kreativität der begabten Liszt-Tochter. „Es war im großen Interesse dieses Vaters, dass Cosima die veranlagte Begabung nicht realisiert hat. Sie hat durchaus das Zeug zur Pianistin gehabt, möglicherweise auch zur Komponistin - das wissen wir nicht - aber es gibt Briefwechsel, die dokumentieren, dass das überhaupt nicht im Interesse von Franz Liszt war. Er wollte sie einfach unter der guten Haube sehen“, so Tiwald. Folder "Cosima Panorama" Katharina Tiwald hat für das OHO bereits zwei Bühnenstücke verfasst. In „Messe für Eine“ war sie auch als Darstellerin zu sehen - in einem Theatermonolog über die Rolle der Frau in der katholischen Kirche. Regie führte dabei Peter Wagner, der auch „Das Cosima-Panorama“ in Szene setzen wird - wieder mit der Autorin in der Hauptrolle. Die vielen Facetten der Persönlichkeit von Cosima Wagner wird er in mehreren Figuren ausdrücken. Auf der Bühne sollen neben Tiwald auch die Tänzerin Vera Neubauer und die Sängerin Eveline Rabold agieren. „Ich habe im Sinne von Freuds Traumtheorien diese Figuren auch alle so gebaut, dass sie als Teile der Cosima zu verstehen sind. Freud hat ja gemeint, dass jede Figur in einem Traum eine Facette des Träumenden darstellt“, so Wagner. Im Rahmen eines Kulturfestes mit Musik und Tanz wird „Das Cosima-Panorama“ zu Silvester im OHO uraufgeführt. Nächste Woche soll man die Proben per Live-Stream im Internet verfolgen können. Eva Hillinger, ORF Burgenland, 26.12.2011 Messe für Eine Die Liebe wächst im Kleinen, meint die Autorin eines bemerkenswerten Textes, der nach zwei Bühnenaufführungen jetzt auch im Druck vorliegt. „Kommt Ihnen das bekannt vor? Kennen Sie das? Ich weiß ja nicht, wie das bei Ihnen gelaufen ist, aber ,dasistmeinFleischmeinBlut‘ hat sich in meiner burgenländischen Katholikenkindheit so tief eingegraben, dass ich noch immer ganz durchwortet bin.“ Das könnte für die Pfarrbibliothek geeignet sein. Aber: „Ich bin in größter Wut, ständig, über das Netz, das die katholische Kirche in unsere Hirne und Herzen geworfen hat.“ Und so geht es dahin, knappe 50 Seiten lang, komponiert als heilige Messe, also mit Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Agnus Dei wie bei Haydn und Mozart, Sündenbekenntnis und heilige Wandlung inbegriffen, allerdings unter Verzicht auf die Kirchentonarten. Ständig unter Hochspannung, bis zur Erschöpfung mit dem Ite, missa est. Die angeschlagenen Themen sind so alt wie die Menschheit, so abgedroschen wie die Liebe, der Tod, die Schuld, die Erlösung vom Übel, das ewige Leben, der Glaube, das Amen im Gebet. Daher: „Im Sprengen des Rituals erzähle ich euch eine Liturgie.“ Die Autorin, geboren 1979, hat Sprachwissenschaft und russische Philologie studiert, keine Theologie. Ohne Thomas von Aquin zum Vernunftgebrauch gelangt also, was für die Frische der gottesdienstlichen Wortwahlen offenbar förderlich war. Trotzdem beim Verlesen des Sonntagsevangeliums gut aufgepasst und sich gemerkt, was Jesus zu jeder Frau sagt, die ihn lieb haben will: „Halt mich nicht fest.“ Mit derlei Einsprengseln vermag die Autorin gut umzugehen, sie fallen ohne pastorale Absicht, wirken erst viele Stunden später, wie bei Morgenstern nachzulesen. Wirst du nachts im Bette plötzlich munter, selig lächelnd wie ein satter Säugling. (...) Adolf Holl, Die Presse/Spectrum, 14.11.2009 Messe für Eine Respektvoll, engagiert und persönlich (das heißt auch und wohl vor allem: als Frau) - dem modernen Ethos literarischen Denkens und Intellektualität ebenso verpflichtet wie ihrem poetischen Talent und der fraulichen Emotionalität (...) Tiwalds "Messe für Eine" ist (auch) ein unverhohlen offener, befreiender und erstaunlich intimer, immer aber poetisch-literarischer Gang durch den "Dornenwald" weiblich-menschlicher Entwicklung. (...) Katharina Tiwalds "Messe" ist irgendwie phänomenal: So seltsam fromm, so aufrichtig schräg und von einer eigentlich unmöglich leichten Tiefsinnigkeit in Form und Sprache. Walter Buder, Vorarlberger KirchenBlatt, 09.11.2009 Berührungen - Hertha Kräftner zum 80. Geburtstag Tiwald beschreitet in ihrem Buch einen ungewöhnlichen Weg, indem sie verschiedene Ebenen miteinander verknüpft: Einerseits Äußerungen zur Autorin, germanistische Analysen, andererseits Gedichte und persönliche Zugänge, sowie Stimmen, die sich mit ausgewählten Texten von Hertha Kräftner auseinandersetzen ... Eine spannende Mischung! - Überaus lesenswert. Manfred Chobot, podium, 01.08.2009 Grenzschreiben Mit der mehrsprachigen Anthologie GRENZSCHREIBEN tritt der Driesch Verlag zum ersten Mal und gleich mit einem ebenso grenzüberschreitenden wie völkerverbindenden Projekt an die Öffentlichkeit. Das Buch vereint Prosa- und Lyriktexte je zweier Autoren aus Österreich, der Slowakei und Tschechien. Während die Texte der slawischen Nachbarn ins Deutsche übersetzt wurden, enthält der Band zu den deutschen Texten der österreichischen Autoren eine tschechische Übertragung. Die aus Wiener Neustadt stammende Katharina Tiwald eröffnet den Reigen mit einer Erzählung rund um Joseph Haydn und seinen Aufenthalt in England. Verwoben in die Geschichte des österreichischen Komponisten finden sich Begegnungen mit Mozart, Szenen der Verbindung von Admiral Nelson und Lady Hamilton sowie Anklänge an die Zeit der napoleonischen Kriege und starker Gefühle ... Aus wenig bekannten historischen Belegen und erzählerischem Feingefühl spannt die Autorin einen Bogen zwischen dem monarchischen Österreich und den britischen Inseln. ... Als ich das Buch zu lesen anfing, glaubte ich, gleich am Beginn auf eine literarische Perle gestoßen zu sein. Beim zweiten Autor dann aber wieder: eine Perle! Allmählich wurde klar, dass diese Anthologie keineswegs nur einer Auster gleicht, in der sich - zufällig - eine einzelne Perle findet, sondern eher einer ganz bewusst geknüpften Perlenkette. GRENZSCHREIBEN bietet Hochliterarisches aus Teilen Europas, die eine Menge Geschichte gemein haben und wo vermutlich gerade deshalb die Mentalitäten unterschiedlicher Völker einander ähneln. Klaus Ebner, www.zitig.net, 25.01.2009 Berührungen - Hertha Kräftner zum 80. Geburtstag Begonnen hat es damit, dass uns Frau Katharina Tiwald vor Ort besuchte und ausgewählte Prosastellen, Gedichte und Briefe von Hertha Kräftner mitbrachte. Sie, K.T., arbeite daran, Hertha Kräftner in von GegenwartsautorInnen eigens dafür verfassten Texten zu modellieren. Jede dazu eingeladene Person habe dabei die Doppelfunktion eines literarisch Schreibenden und eines Experten für einen ihm zugedachten Aspekt der Kräftner-Literatur. Uns waren Textproben zugedacht, die mit sozialem und emotionalem Verlieren zu tun hatten, und wir sollten Gegentexte und Kommentare zu den Werkproben und/oder zuur Autorin selbst liefern. Eine große Herausforderung ... Dafür war die Zusammenarbeit mit Katharina Tiwald reine Freude. Sie enthielt sich jeder Beeinflussung, behielt sich nur aufmerksames Zuhören und sorgfältige Auswahl unserer Produkte vor ... Traude Hlawaty, Augustin, 19.11.2008 ...Katharina Tiwald zählt zu den erfolgreichsten und vielseitigsten Literatinnen des Burgenlandes. Eva Hillinger, ORF Burgenland, 10.09.2007 Messe für Eine "...Die junge österreichische Autorin Katharina Tiwald seziert in Form einer Messe-Performance ihre Stellung als Frau im real existierenden Katholizismus. Durch ihre blasphemische Aneignung der Liturgie als Instrument der Abrechnung erzeugt Tiwald eine verstörende Dialektik zwischen strenger Form und emotionsgeladenem Inhalt..." Fritz Ostermayer, FM4, 01.04.2007 Die erzählte Stadt Begegnungen mit den BewohnerInnen machen St. Petersburg in den Beschreibungen von Katharina Tiwald zu einem persönlichen Erlebnis. In eindringlich präziser Sprache lässt sie das pulsierende Leben, das zutiefst "Petersburgische" im russischen Alltag greifbar werden. Beobachtend, treffend schildernd und von den eigenen Erfahrungen - beginnend bei der ebenso unvermeidlichen wie folgenschweren Begegnung mit Wodka - getragen, wird sie zur unaufdringlichen und glaubwürdigen PR-Frau für St. Petersburg und seine EinwohnerInnen. So verfolgt man als LeserIn, unter anderen faszinierenden Begegnungen, gebannt das Treffen mit Vladimir Kustov, jenem Künstler der den Begriff Nekrorealismus für sich prägte. Kustov fixiert mit seinen Fotos das Wesentliche und macht es sichtbar. Tiwald hält ihre Impressionen - so sie nicht im Namen Puschkins verbotenerweise Gleisanlagen und Wagons fotografiert - schriftlich fest. In der Kombination aus beider Sichtweisen und Kreativität entstand ein literarisches Lesebuch, das hinter die Kulissen schaut und eine andere Stadt als das in Reisekatalogen gepriesene "Venedig des Nordens" präsentiert. Ein Werk an der "tiwaldschen" Schnittstelle von russischer und österreichischer Literatur. Sigrid Strohschneider-Laue, http://ebensolch.at, 01.12.2006
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